Bildnachweis: KI-generierte Grafik auf Basis eines Konzepts von Martin Sievers / ADWLM, erstellt mit ChatGPT / OpenAI, Juni 2026.

Thema

Wem gehören unsere Daten? Wer kontrolliert die Algorithmen, die unsere Quellen erschließen, unsere Archive durchsuchen, unsere Texte analysieren? Und welche Handlungsmacht haben Forschende, Institutionen und Gesellschaften in einer zunehmend datengetriebenen Welt?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der International Summer School 2026. Unter dem Motto „Digitale Souveränität" erkunden wir gemeinsam, was es bedeutet, in den Geistes- und Kulturwissenschaften nicht nur mit digitalen Werkzeugen zu arbeiten – sondern diese kritisch zu verstehen, zu gestalten und verantwortungsvoll einzusetzen.

Digitale Souveränität ist mehr als ein technisches Konzept. Sie beschreibt die Fähigkeit von Individuen, Gemeinschaften und Institutionen, über ihre digitalen Ressourcen, Infrastrukturen und Praktiken selbstbestimmt zu entscheiden. Für die Geistes- und Kulturwissenschaften bedeutet das: Wer bestimmt, welche Texte, Bilder und Objekte digitalisiert und auffindbar werden? Welche Interessen stecken hinter den Plattformen, auf denen wir forschen und publizieren? Und wie lässt sich Nachnutzbarkeit von Forschungsdaten mit dem Schutz sensibler oder kulturell bedeutsamer Bestände vereinbaren?

Die ISS 2026 greift diese Spannungsfelder auf – praktisch, theoretisch und interdisziplinär. In Workshops, Vorträgen und gemeinsamen Diskussionen werden wir Konzepte wie Datensouveränität, offene Infrastrukturen, Linked Open Data und algorithmische Transparenz nicht nur kennenlernen, sondern anhand konkreter Beispiele aus Bibliotheken, Archiven, Museen und der geisteswissenschaftlichen Forschung erproben und hinterfragen.

Die Woche richtet sich an Erstsemester des Masterstudiengangs „Digitale Methodik in den Geistes- und Kulturwissenschaften" sowie an alle Wissenschafler:innen, die sich fragen, wie eine souveräne, kritisch reflektierte digitale Forschungspraxis aussehen kann. Vorkenntnisse in der Informatik sind willkommen, aber keine Voraussetzung – gefragt sind vor allem Neugier, die Bereitschaft zur Diskussion und das Interesse, digitale Werkzeuge nicht als Black Box, sondern als gestaltbare Instrumente zu begreifen.

Willkommen in der Umlaufbahn.